Wo waren wir - Byron Bay!
Die ersten Hippies von Australien
Der einstige Geheimtipp unter Rucksackreisenden hat sich zu einem der Top-Touristenorte in New South Wales gemausert. Kurios ist die Zusammensetzung der Einwohner: Eine bunte Mischung von Lebenskünstlern, Handwerkern, Berufshippies, New Agers, Surfern, Buddhisten, Grasanbauern (ähm, jenes Gras, - sie wissen schon) aktiven Schwulen und Lesben, kleinen Geschäftsleuten und Urlaubern. An Wochenenden und zu Weihnachten und Ostern sind die Zimmer oft knapp. Der östlichste Punkt des fünften Kontinents ist auch ein Paradies für Surfer.
Hier begann die alternative Bewegung des fünften Kontinents, und bis heute hat sich nicht viel verändert: In Byron Bay lebt eine bunte Mischung aus Künstlern, Berufshippies, New Agers und Surfern - und Backpacker genießen das Flair.
Byron Bay - Ein lauer Wind streicht durch die Haare. Im Zwielicht der Morgendämmerung reiben sich manche den Schlaf aus den Augen, andere gähnen, sie hatten wohl eine kurze Nacht am Strand. Es ist 5.51 Uhr in der Frühe, eigentlich keine Zeit, zu der Rucksackreisende in Australien schon das Bett verlassen haben. Doch hier am Leuchtturm von Byron Bay im Norden von New South Wales gibt es einen guten Grund dafür. Und fast jeder der Teens und Twens auf der Aussichtsplattform hält eine Kamera in der Hand, um ihn einzufangen: den Sonnenaufgang am östlichsten Punkt des Kontinents.
Das Erlebnis in aller Herrgottsfrühe sorgt aber nicht alleine dafür, dass jährlich zwei Millionen Touristen in die Region Northern Rivers an der Grenze zu Queensland reisen; 200.000 davon kommen aus dem Ausland. Byron Bay und seine Nachbarn locken mit sportlichen Herausforderungen und stillen Buchten, einem sehr grünen Hinterland voller Nationalparks und nicht zuletzt mit einem relaxten Lebensgefühl. Die Region gilt als Hochburg einer Alternativkultur, zu der viel Esoterik und der Kampf gegen die Welt des Kommerzes gehören.
Außerdem scheint in Byron Bay oft die Sonne: Die Northern Rivers liegen im Übergang zwischen Tropen und kühleren Breiten und sind ein Ganzjahresziel - in Australien gilt das längst nicht für jeden Ort. Da wundert es kaum, dass Byron Bay zuallererst aufgeführt wurde, als die Zeitung "The Australian" im Februar die zehn Kommunen des Kontinents benannte, in die sich ein Umzug am meisten lohnen würde.
Die Uhr zeigt inzwischen 6.04 Uhr - fünf Minuten bis zu dem Moment, auf den alle warten. Die Wolken über dem Leuchtturm reflektieren bereits das Licht der Sonne. Es wird nicht viel geredet, ein Mann in Shorts und Badelatschen zieht genüsslich an der ersten Zigarette des Tages. Und dann halten wie auf Kommando zehn junge Leute gleichzeitig ihre Digicams auf Augenhöhe, denn nun taucht er auf aus den Fluten: der gelbrote Feuerball. Schon kurz darauf interessiert er aber nur noch wenig, denn einer der Frühaufsteher hat Delfine nahe der Küste entdeckt. Auch die Schweizer Backpacker, die am Fuß des Leuchtturms Brote schmieren, stürzen zum Rand der Aussichtsplattform.
Bis in die siebziger Jahre war Byron Bay eine typisch australische Kleinstadt. In Farmen und Schlachthöfen verdienten die Männer ihr Geld. Dann kam der Tourismus - und entwickelte sich ganz anders als an der 100 Kilometer weiter nördlich gelegenen Gold Coast in Queensland, wo ein Hochhaus neben dem anderen für die Urlauber gebaut wurde. "Hier wird es nie so werden wie an der Gold Coast", ist die Hotelmanagerin Sarah Johnston aus Byron Bay überzeugt: "Die Leute hier denken grün, sie wählen so und handeln auch entsprechend."
Auch deshalb ist Byron Bay so beliebt bei den Backpackern, die mit Bullis, alten Kombis, Reisebussen oder per Anhalter an der Ostküste unterwegs sind. Wenn mittags ein Überlandbus in den Ort rollt, stehen die Werber für billige Unterkünfte und Ausflüge schon Schlange an der Haltestelle. Oft heißt es jedoch für Neuankömmlinge als Erstes: ab an den Strand. Der Main Beach liegt nur ein paar Schritte vom Ortskern entfernt. Kinder spielen im Sand oder lassen die Pazifikwellen gegen ihre Beine klatschen. Unter den hohen Bäumen an der Promenade dösen derweil Urlauber, die den Schlaf nachholen, den Partys und Pubs in der Nacht zuvor verhindert haben.
Wer ausgeruht ist und den Tag lieber mit Aktivitäten verbringt, muss teils tief in die Tasche greifen: 145 Dollar (87 Euro) kostet zum Beispiel ein halbstündiger Tandemflug mit einem Gleitschirm über dem Tallow Beach. Dafür gibt es aber phantastische Ausblicke auf den Kilometer langen Sandstrand, die Surfer und den 1901 gebauten, 118 Meter über dem Meer stehenden Leuchtturm. 50 Kilometer weit auf dem Meer ist Australiens stärkstes Leuchtfeuer nachts zu sehen. Die Optik mit den Spiegeln dreht sich auch tagsüber - stünde sie still, würde sie durch den starken Brennglaseffekt rasch Buschbrände in den Hügeln im Hinterland von Byron Bay auslösen.
Solche Einzelheiten erfährt, wer mit John "Planko" Plankovich und seinem Kumpel "Greeny" zum 60 Dollar (36 Euro) teuren "Kajak fahren zu den Delfinen" aufbricht. In offenen Booten paddeln die Teilnehmer vom Strand aus los und müssen erst mal durch die starke Brandung - T-Shirt und Hose sind schon nach den ersten Metern nass. Manchmal verwandelt "Planko" das Zweierkajak in ein Surfbrett, setzt sich im richtigen Moment auf den Kamm einer Welle und lässt sich und den Gast auf die Küste zutreiben. Delfine sind nicht immer zu sehen, Spaß macht der Ausflug aber auch dann.
Nach so viel sportlicher Anstrengung bietet Byron Bay am Abend die passende Erholung. Die Kneipen sind voll, im "Beach Hotel" wird in der von Bierdunst durchwaberten Luft zu Rockmusik getanzt. Jongleure zeigen auf der Straße ihre Künste, junge Frauen lassen sich ein paar Schritte weiter die Oberarme mit Henna-Tattoos verzieren. An der Promenade hat jemand eine Gitarre ausgepackt, vor den in Strandnähe geparkten VW-Bullis und Kombis der Backpacker laufen die Gaskocher auf Hochtouren: Nudeln mit Tomatensauce gibt es hier fast überall.
Der einstige Geheimtipp unter Rucksackreisenden hat sich zu einem der Top-Touristenorte in New South Wales gemausert. Kurios ist die Zusammensetzung der Einwohner: Eine bunte Mischung von Lebenskünstlern, Handwerkern, Berufshippies, New Agers, Surfern, Buddhisten, Grasanbauern (ähm, jenes Gras, - sie wissen schon) aktiven Schwulen und Lesben, kleinen Geschäftsleuten und Urlaubern. An Wochenenden und zu Weihnachten und Ostern sind die Zimmer oft knapp. Der östlichste Punkt des fünften Kontinents ist auch ein Paradies für Surfer.
Hier begann die alternative Bewegung des fünften Kontinents, und bis heute hat sich nicht viel verändert: In Byron Bay lebt eine bunte Mischung aus Künstlern, Berufshippies, New Agers und Surfern - und Backpacker genießen das Flair.
Byron Bay - Ein lauer Wind streicht durch die Haare. Im Zwielicht der Morgendämmerung reiben sich manche den Schlaf aus den Augen, andere gähnen, sie hatten wohl eine kurze Nacht am Strand. Es ist 5.51 Uhr in der Frühe, eigentlich keine Zeit, zu der Rucksackreisende in Australien schon das Bett verlassen haben. Doch hier am Leuchtturm von Byron Bay im Norden von New South Wales gibt es einen guten Grund dafür. Und fast jeder der Teens und Twens auf der Aussichtsplattform hält eine Kamera in der Hand, um ihn einzufangen: den Sonnenaufgang am östlichsten Punkt des Kontinents.
Das Erlebnis in aller Herrgottsfrühe sorgt aber nicht alleine dafür, dass jährlich zwei Millionen Touristen in die Region Northern Rivers an der Grenze zu Queensland reisen; 200.000 davon kommen aus dem Ausland. Byron Bay und seine Nachbarn locken mit sportlichen Herausforderungen und stillen Buchten, einem sehr grünen Hinterland voller Nationalparks und nicht zuletzt mit einem relaxten Lebensgefühl. Die Region gilt als Hochburg einer Alternativkultur, zu der viel Esoterik und der Kampf gegen die Welt des Kommerzes gehören.
Außerdem scheint in Byron Bay oft die Sonne: Die Northern Rivers liegen im Übergang zwischen Tropen und kühleren Breiten und sind ein Ganzjahresziel - in Australien gilt das längst nicht für jeden Ort. Da wundert es kaum, dass Byron Bay zuallererst aufgeführt wurde, als die Zeitung "The Australian" im Februar die zehn Kommunen des Kontinents benannte, in die sich ein Umzug am meisten lohnen würde.
Die Uhr zeigt inzwischen 6.04 Uhr - fünf Minuten bis zu dem Moment, auf den alle warten. Die Wolken über dem Leuchtturm reflektieren bereits das Licht der Sonne. Es wird nicht viel geredet, ein Mann in Shorts und Badelatschen zieht genüsslich an der ersten Zigarette des Tages. Und dann halten wie auf Kommando zehn junge Leute gleichzeitig ihre Digicams auf Augenhöhe, denn nun taucht er auf aus den Fluten: der gelbrote Feuerball. Schon kurz darauf interessiert er aber nur noch wenig, denn einer der Frühaufsteher hat Delfine nahe der Küste entdeckt. Auch die Schweizer Backpacker, die am Fuß des Leuchtturms Brote schmieren, stürzen zum Rand der Aussichtsplattform.
Bis in die siebziger Jahre war Byron Bay eine typisch australische Kleinstadt. In Farmen und Schlachthöfen verdienten die Männer ihr Geld. Dann kam der Tourismus - und entwickelte sich ganz anders als an der 100 Kilometer weiter nördlich gelegenen Gold Coast in Queensland, wo ein Hochhaus neben dem anderen für die Urlauber gebaut wurde. "Hier wird es nie so werden wie an der Gold Coast", ist die Hotelmanagerin Sarah Johnston aus Byron Bay überzeugt: "Die Leute hier denken grün, sie wählen so und handeln auch entsprechend."
Auch deshalb ist Byron Bay so beliebt bei den Backpackern, die mit Bullis, alten Kombis, Reisebussen oder per Anhalter an der Ostküste unterwegs sind. Wenn mittags ein Überlandbus in den Ort rollt, stehen die Werber für billige Unterkünfte und Ausflüge schon Schlange an der Haltestelle. Oft heißt es jedoch für Neuankömmlinge als Erstes: ab an den Strand. Der Main Beach liegt nur ein paar Schritte vom Ortskern entfernt. Kinder spielen im Sand oder lassen die Pazifikwellen gegen ihre Beine klatschen. Unter den hohen Bäumen an der Promenade dösen derweil Urlauber, die den Schlaf nachholen, den Partys und Pubs in der Nacht zuvor verhindert haben.
Wer ausgeruht ist und den Tag lieber mit Aktivitäten verbringt, muss teils tief in die Tasche greifen: 145 Dollar (87 Euro) kostet zum Beispiel ein halbstündiger Tandemflug mit einem Gleitschirm über dem Tallow Beach. Dafür gibt es aber phantastische Ausblicke auf den Kilometer langen Sandstrand, die Surfer und den 1901 gebauten, 118 Meter über dem Meer stehenden Leuchtturm. 50 Kilometer weit auf dem Meer ist Australiens stärkstes Leuchtfeuer nachts zu sehen. Die Optik mit den Spiegeln dreht sich auch tagsüber - stünde sie still, würde sie durch den starken Brennglaseffekt rasch Buschbrände in den Hügeln im Hinterland von Byron Bay auslösen.
Solche Einzelheiten erfährt, wer mit John "Planko" Plankovich und seinem Kumpel "Greeny" zum 60 Dollar (36 Euro) teuren "Kajak fahren zu den Delfinen" aufbricht. In offenen Booten paddeln die Teilnehmer vom Strand aus los und müssen erst mal durch die starke Brandung - T-Shirt und Hose sind schon nach den ersten Metern nass. Manchmal verwandelt "Planko" das Zweierkajak in ein Surfbrett, setzt sich im richtigen Moment auf den Kamm einer Welle und lässt sich und den Gast auf die Küste zutreiben. Delfine sind nicht immer zu sehen, Spaß macht der Ausflug aber auch dann.
Nach so viel sportlicher Anstrengung bietet Byron Bay am Abend die passende Erholung. Die Kneipen sind voll, im "Beach Hotel" wird in der von Bierdunst durchwaberten Luft zu Rockmusik getanzt. Jongleure zeigen auf der Straße ihre Künste, junge Frauen lassen sich ein paar Schritte weiter die Oberarme mit Henna-Tattoos verzieren. An der Promenade hat jemand eine Gitarre ausgepackt, vor den in Strandnähe geparkten VW-Bullis und Kombis der Backpacker laufen die Gaskocher auf Hochtouren: Nudeln mit Tomatensauce gibt es hier fast überall.
wegt - 18. Apr, 20:20
Schulrucksack (Gast) - 26. Jan, 23:56
Muss ich mir merken, beim nächsten Australien trip
antworten
Hundefrisbee (Gast) - 24. Feb, 23:49
Das waren noch schöne Zeiten früher, mittlerweile wandelt sich alles zur Touristenattraktion um
Reizwäsche (Gast) - 10. Sep, 21:31
es lässt mich meinen Urlaub errinern. Es war ein Grill Party unter Pavillon naben dem Gartenhäuser.
andalous (Gast) - 12. Jun, 17:30
Hallo,
können Sie den Kommentar löschen?
http://abenteueraustralien.twoday.net/stories/1839575/comments/6503861/comment
danke
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danke

